Core Web Vitals — was 2026 wirklich zählt
LCP, INP, CLS. Drei Zahlen, mit denen Google entscheidet, ob Ihre Site die erste Seite verdient.
Google war eindeutig: Nutzererfahrung ist ein Ranking-Faktor. Und Erfahrung wird in diesem Kontext mit drei Zahlen gemessen — Core Web Vitals. Außerhalb der Grenzwerte verliert man Positionen. Innerhalb gewinnt man sie.
LCP — Largest Contentful Paint
Misst die Zeit, bis das größte sichtbare Element gerendert ist. Hero-Bild, große Überschrift, Hauptvideo. Grenzwert: 2,5 Sekunden. Über 4 Sekunden gilt es als „poor" — und Google weiß das.
Üblich verdächtig: nicht optimierte Bilder, render-blockierende Fonts, langsamer Server, fehlendes Caching.
INP — Interaction to Next Paint
Hat FID im März 2024 abgelöst. Misst die Latenz zwischen Nutzerinteraktion (Klick, Tippen, Tastendruck) und der Antwort des Bildschirms. Grenzwert: 200 ms. Über 500 ms gilt es als „poor".
Üblich verdächtig: schweres JavaScript, das den Main Thread blockiert, schlecht geschriebene Listener, Frameworks, die zu viel rendern.
CLS — Cumulative Layout Shift
Misst, wie sehr das Layout während des Ladens springt. Grenzwert: 0,1. Dieser Moment, in dem Sie auf einen Button klicken wollten, und eine Anzeige hat ihn nach unten geschoben? Das ist CLS.
Üblich verdächtig: Bilder ohne width/height, Schriftarten, die beim Laden ihre Größe ändern, nachträglich eingefügte Anzeigen und Embeds.
Wie man misst
PageSpeed Insights misst im Labor (Simulation) und im Feld (echte Nutzer über Chrome User Experience Report). Beide ansehen — Labor ist kontrolliert, Feld ist das, was für Google zählt.
Anderer Weg: Search Console > Core Web Vitals. Zeigt konkrete URLs mit Problemen, gruppiert nach Muster. Der direkteste Weg, um zu wissen, wo man zuerst anpackt.
Was üblicherweise 80 % der Probleme löst
- Bilder in WebP/AVIF mit expliziter width/height im HTML
- Fonts mit preload und font-display: swap
- JavaScript in kleine Chunks aufgeteilt, mit Lazy Loading für nicht Kritisches
- Ein CDN vor dem Server (Cloudflare, Vercel Edge, Cloudfront)
- Server-Side Rendering oder Static Generation für öffentliche Inhalte
- Libraries entfernen, die niemand nutzt, aber noch im Bundle stecken
Diese sechs Punkte beheben die meisten schlecht bewerteten Sites. Der Rest ist Einzelfall — und genau dort beginnt die ernsthafte Optimierungsarbeit.